Häufig gestellte Fragen - und die Antworten darauf

Weshalb wird statt der Renovation nicht ein Neubau geplant?

Unsere Bauplaner haben auf Basis des bestehenden Raumangebotes, des Gebäudevolumens sowie den Kosten eines aktuell realisierten Neubaus einer MZH in einer Thurgauer Landgemeinde die Kosten für einen Ersatzbau berechnet und sind auf Kosten von 7.7 Mio Franken gekommen.
Wenn man den Investitionskredit von 1.3 Mio Franken zum Gebäudewert gemäss Gebäudeversicherung, aktuell 3.7 Mio Franken, addiert, erhalten wir einen Gebäudewert von 5 Mio Franken und ein Gebäude, welches einem vergleichbaren Neubau in nichts nachstehen muss.
Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass die Planung eines Neubaus immer auch Wünsche nach mehr mit sich bringt, welche sich auch auf die Kosten niederschlagen. Deshalb gilt es für uns den Volkswillen von 3. Mai 2015 zu respektieren und mit der bestehenden Turnhalle für die nächsten Jahrzehnte zu planen.


Weshalb werden die verschiedenen Aufträge nicht gesplittet und auf die nächsten Jahre verteilt?

Bei vielen Auflagen wie Brandschutz, Elektroinstallation und Sicherheitskonzept fehlt uns schlichtweg die Zeit dazu. Durch den Umstand, dass wir zuerst den Neubau realisieren wollten, haben wir die vom Kanton gestellten Übergangsfristen bereits ausgeschöpft.
Wir versprechen uns von der koordinierten Vorgehensweise wichtige Synergieeffekte, welche uns durch höhere Bauqualität und Kosteneinsparungen direkten Nutzen bringen können.
Viele Arbeiten hängen direkt mit anderen Aufgaben zusammen. Ein Beispiel: Zuerst planten wir, den Ersatz der Beschattung in der Turnhalle als eigenständigen Unterhaltsauftrag abzuwickeln. Es zeigte sich jedoch, dass nicht nur ein Rollladenspezialist, sondern auch ein Elektriker, ein Malermeister und ein Baumeister vor Ort sein müssen und auf die geplanten Renovationsarbeiten Rücksicht zu nehmen haben. Deshalb ist es einfacher und günstiger, wenn alle Arbeiten in einem Zug geplant und koordiniert werden können.


Kann man das Investitionsvolumen durch das Weglassen einzelner Arbeiten nicht massiv senken?

Genau mit diesen Überlegungen sind wir hinter die ersten Kostenschätzungen gegangen und haben schnell feststellen müssen, dass das Projekt bereits sehr ausgefeilt und fein ineinander verzahnt ist. Unnötige Investitionen oder Luxusdetails haben keinen Weg in den Projektbeschrieb gefunden. Entsprechend unmöglich ist es jetzt, einzelne Elemente ohne Nachteile für andere Bereiche zu verschieben.
Als Beispiel kann hier die Bühnentechnik erwähnt werden. Die technische Installation ist in die Jahre gekommen und muss ersetzt werden. Vielleicht mag der eine oder andere Scheinwerfer zurzeit seinen Zweck noch erfüllen, doch wird er mit einer neuen Schaltung auch noch kompatibel sein (neue, heute vorgeschriebene Leuchtmittel verwenden andere elektrische Spannungen)? Und wie verändert das neue System seine Lebenserwartung? Gut möglich, dass eine solche Halb-halb-Lösung schon im ersten Betriebsjahr teure Reparaturkosten und zwingende Anpassungen nach sich zieht.


Kann der Hallenboden nicht noch ein paar Jahre dienen?

Unsere Vorgänger haben einen qualitativ sehr guten Sportboden verlegt, der eine heute kaum mehr zu erreichende Qualität bietet. Er ist jedoch an vielen Stellen gerissen und muss dringend saniert werden. Packen wir das jetzt an, können wir den Unterbau des Bodens, der für die hohe Qualität hauptverantwortlich ist, behalten und nur eine neue, dünne Oberschicht auftragen. Warten wir damit zu lange, müssen wir schon in wenigen Jahren einen vollkommen neuen, teureren Hallenboden einbauen.
Am Beispiel des Hallenbodens sehen wir auch exemplarisch, weshalb es nötig ist, alle geplanten Aufgaben auf einmal anzupacken. Im Bereich der Schubladen für die Hallenbestuhlung hat der Boden ganz besonders gelitten. Wenn wir jetzt nicht auch die Bühne und insbesondere die Rollschubladen unter der Bühne sanieren, werden die defekten Rollen den neuen Hallenboden übermässig strapazieren.


Weshalb ist der Ersatz der Eingangstüren zur Turnhalle so teuer?

Die Eingangstüren zur Halle müssen einen Brandabschnitt bilden. Da über den Türen jedoch nur dünne Fenster mit leichten Holzrahmen montiert sind, muss die ganze Eingangspartie ersetzt werden. Die durchgehenden Dachbalken machen dieses Projekt recht kompliziert. Im aktuellen Status kann man zwischen diesen Balken und den Wänden des Eingangbereichs breite Spalten sehen. Genau durch solche Ritzen würde ein allfälliges Feuer ohne Widerstand auf den angrenzenden Raum übergreifen und gegebenenfalls in Windeseile zu einer Katastrophe führen.


Lohnt sich eine Investition ins Gemeindezentrum überhaupt noch, wenn wir doch das Tscharnerhaus und den Gemeindekeller als Veranstaltungsorte haben?

Zum einen ist das Gemeindezentrum vor allem für die Schule unverzichtbar. Ohne die notwendige Umsetzung der Brandschutzmassnahmen und weiteren Vorgaben riskieren wir, dass das Gebäude in naher Zukunft nur noch eingeschränkt genutzt werden kann und die Schule erneut vor einer eklatanten Raumnot steht.
Das Gemeindezentrum dient als Sporthalle, als Veranstaltungsort und Festhalle der Stettfurter Bevölkerung in vielfältigster Weise. Für viele Anlässe sind die bestehenden Räumlichkeiten der Gemeinde zu klein. Das Gemeindezentrum bietet eine ideale Variante und mit einem neuen, zeitgemässen Office können Anlässe auch aus kulinarischer Sicht optimal begleitet werden.


Leidet der Schulalltag nicht unter den erneuten Bauarbeiten?

Die Bauplanung sieht vor, dass der Schulalltag nur marginal durch die Renovationsarbeiten tangiert wird. Die Hauptarbeiten werden auf verschiedene Ferien im Jahr 2021 – 2022 verteilt und nur einige Vorarbeiten werden während der Unterrichtszeit ausgeführt.


Können wir uns das finanziell überhaupt leisten?

Der Finanzplan für die nächsten Jahre sieht mit der zusätzlichen Verzinsung und jährlichen Amortisation keinen Bedarf für eine Steuererhöhung durch die beantragte Investition. Die gründliche Renovation wird auch zur Folge haben, dass in den nächsten Jahren weniger Mittel in den jährlichen Unterhalt fliessen werden. So gesehen sind die heutigen Ausgaben eine sinnvolle und finanziell gut verkraftbare Investition in die Zukunft.


Gebieten die drohenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die Covid-19-Pandemie nicht zur Zurückhaltung mit Investitionen und Anschaffungen?

Nein, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollte die öffentliche Hand vorangehen und mit Investitionen aktive Wirtschaftshilfe betreiben. Eine solche Investition bringt mehr Nutzen für alle Seiten als Notkredite oder Zahlungen, welche durch einen Einbruch der lokalen Wirtschaft entstehen können.

Deshalb gilt aktuell aus Sicht der Schulbehörde ganz besonders die Devise:
JETZT ERST RECHT!