Ideen zur Ausnahmesituation

Sehr geehrte Eltern

Die aktuelle Ausnahmesituation stellt uns vor grosse Herausforderungen. Dass die Kinder praktisch nur zu Hause sind und davon oft im Haus, sind sich weder die Kinder noch die Eltern gewohnt. Für einige ist dies eine schöne Zeit, für andere eine sehr grosse Belastung. Damit es für die soziale Entwicklung möglichst harmonisch ist, erlaube ich mir, hier einige Tipps zu geben. Mir ist bewusst, dass nicht jede Idee für alle Eltern passend ist. Sie werden selber entscheiden, ob Sie allenfalls eine Idee davon versuchen möchten und ob Sie diese hilfreich finden oder nicht. Die Informationen, die wir zurzeit erhalten (können), sind gigantisch, was mich motiviert, mich kurz zu fassen.

  • Gönnen Sie ihrem Kopf Pausen von Covid-19. Einmal am Tag Nachrichten hören genügt völlig, um die relevanten Infos zu erfahren. Die Flut an Neuigkeiten belastet das Gehirn und macht mehr Angst, als es Sicherheit gibt. Vermeiden Sie auch Infos von «fragwürdigen» Quellen.
  • Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Sie haben nun sehr viel Zeit mit Ihren Kindern. Diese sind sicher sehr wichtig. Auch Eltern und die besten Freunde sind wichtig und Jemandem helfen ist sicher auch sinnvoll. Vielleicht ist es aber zurzeit nicht sehr wichtig, den ganzen Tag «online» zu sein, um allen Bekannten die «neusten» Informationen und Fotos zu senden.
  • Vielleicht haben Sie einen Tagesplan erstellt mit ihrem oder für Ihr Kind. Damit es Zeiten gibt um zu lernen und Zeiten gibt um zu spielen. Ev. würde es Ihnen auch helfen, Zeiten einzurichten, in denen Sie «erreichbar» sind und in anderen nicht. Kinder können auch eine Weile alleine spielen…
  • Die gemeinsame Zeit (Eltern und Kinder) ist etwas Besonderes und oft schön, teilen Sie sich aber auch mal auf, um Pausen von den Kindern zu haben. (Die haben die Lehrpersonen auch ;-)) In dieser Zeit können Sie ausruhen und/oder die wichtigen Kontakte pflegen und die Neuigkeiten auszutauschen.
  • Versuchen Sie Prioritäten zu setzen. Machen Sie das, was für die Familie am besten ist. Viele Besucher sind zurzeit nicht zu erwarten; überlegen Sie sich bewusst, ob es nun nötig ist, z.B. den Haushalt wie sonst zu pflegen, vielleicht macht mehr oder auch weniger Ordnung zurzeit Sinn. Und binden Sie dazu möglichst Ihre Kinder ein. Neben all den schulischen Lernzielen ist es sicher hilfreich, wenn die Kinder ev. lernen, wie man Wäsche sortiert, oder den Eltern mal das Staubsaugen übernehmen… (Falls dies Kinder lesen: Ja, ihr dürft euch bei mir melden ;-))
  • Die Versuchung ist gross, Kinder nun (zu) oft an die Medien zu lassen. Achten Sie bitte darauf, dies nicht zur Normalität werden zu lassen. Seien Sie sich bitte bewusst, wenn Sie dies machen, dass es allenfalls eine «Ausnahme» ist, weil es vielleicht anders gerade nicht geht.
  • Lassen Sie nun mal Ihre Kinder die Grosseltern anrufen. Es ist sicher für beide Seiten eine Bereicherung. Und auch für Sie.
  • Informieren Sie Ihre Kinder, dass es in dieser besonderen Zeit besonders wichtig ist, aufeinander aufzupassen.
  • Und lassen Sie ihr Kind bewusst entscheiden, was es machen möchte. Langeweile steigert Kreativität.
  • Wenn Sie merken, dass Sie zu Hause überfordert sind, seien Sie stolz auf diese Einsicht und melden Sie sich bei der Benefostiftung für häusliche Gewalt: 052 723 48 23 ( opferhilfe@benefo.ch ) oder kontakt@konflikt-gewalt.ch ( 078 778 77 80 ).
  • Meist geschieht dies nicht von einem Tag auf den Anderen, machen Sie sich allenfalls einen «Notfall-Plan» im Sinne von «wenn ich an den Anschlag komme, werde ich …», um sich zu entspannen.   
  • Achten Sie allenfalls auch bewusst auf Ihre Partnerschaft, aber dazu fühle ich mich nicht zuständig…
  • Es ist Ausnahmezustand, man darf nun auf jeden (guten) Tag stolz sein.

Sie und/oder ihre Kinder dürfen sich auch gerne bei mir melden. Falls Sie das Bedürfnis für ein Telefonat, ein Mail, einen Austausch per Skype/Zoom oder eine Whatsapp(Sprach)-Nachricht haben. Ich bin nicht jederzeit erreichbar (auch ich habe zwei Kinder), aber freue mich über einen Austausch.

Falls Sie Fragen und Anliegen zu diesen Punkten haben oder weitere hilfreiche Ideen, fühlen Sie sich frei, sich bei mir zu melden.

Freundliche Grüsse

Thomas Frischknecht, SSA